Elecsys® AMH Plus (Anti-Müller Hormon)

Anti-Müller-Hormon – Ein wichtiges Hormon für die Fortpflanzung

Elecsys AMH


AMH (Anti-Müller-Hormon) spielt bei männlichen Embryonen eine wesentliche Rolle bei der Rückbildung der Müller-Gänge. Fehlt das AMH, entwickeln sich die Müller-Gänge zu inneren weiblichen Geschlechtsorganen. AMH wird von den Hoden fortlaufend bis zur Pubertät produziert; danach verringert sich der Wert langsam bis zum Post - Pubertäts - Level.1


Bei Frauen sind die AMH – Serumkonzentrationen zum Zeitpunkt der Geburt kaum nachweisbar. Sie erreichen ihre höchsten Werte nach der Pubertät, nehmen dann mit dem Alter schrittweise ab und sind in der Menopause nicht mehr feststellbar.2,3 Das Anti-Müller-Hormon (AMH) ist ein direkter Serummarker für die funktionale ovarielle Reserve (d.h. für die Anzahl der wachsenden Follikel, die durch FSH zur Entwicklung bis zum präovulatorischen Stadium bewegt werden können.13)

Durch vollautomatisierte Labortests hat sich das AMH zu einem zuverlässigen und attraktiven Biomarker im Bereich der Gynäkologie und Reproduktionsmedizin entwickelt. 

Infertilität und ovarielle Reserve

  • Infertilität ist eine Erkrankung des Fortpflanzungssystems, die definitionsgemäss vorliegt, wenn nach mindestens 12 Monaten regelmässigem Geschlechtsverkehr, ohne empfängnisverhütende Massnahmen, keine klinisch belegte Schwangerschaft eintritt.4 Infertilität ist gleichermassen auf männliche und weibliche Faktoren zurückzuführen.5
  • Das Ovar enthält eine begrenzte Anzahl von (nicht wachsenden) Primordialfollikeln.8,9 Die Menge der im Eierstock verfügbaren Follikel nimmt mit dem Alter ab und ihre Erschöpfung markiert den Beginn der Menopause.10,11
  • Das Durchschnittsalter von Frauen bei der ersten Entbindung hat in vielen Industrieländern im Verlauf der letzten Jahrzehnte stetig zugenommen. Diese Verschiebung führt dazu, dass Paare in einem Zeitraum versuchen, Kinder zu bekommen, in dem die weibliche Fertilität bereits abnimmt.6
  • Die Anzahl der mit assistierter Reproduktionstechnologie (ART) herbeigeführten Zyklen steigt jedes Jahr, wobei jährlich zirka 1,5 Mio. ART-Zyklen weltweit zu verzeichnen sind, die zur Geburt von schätzungsweise 350 000 Säuglingen führen.7

Personalisierte Kinderwunsch-Behandlung

  • Therapiebegleitendes Diagnostikum
    Um eine optimale ovarielle Stimulation zu erreichen, kann die mit dem Elecsys®AMH Plus Test ermittelte AMH-Konzentration, zusammen mit dem Körpergewicht, für die individuelle Bestimmung der Tagesdosis von Follitropin Delta verwendet werden.15,16

  • Kontrollierte ovarielle Stimulation (COS)
    Der Elecsys® AMH Plus Test dient als guter Prädiktor für die Reaktion auf eine kontrollierte ovarielle Stimulation und eignet sich zur Vorhersage einer Hyperstimulation.12

  • Hohe Präzision bei der Bestimmung der ovariellen Reserve
    Mit dem vollautomatisierten Labortest Elecsys® AMH Plus lässt sich, in Verbindung mit anderen Klinik- und Laborbefunden, eine sehr gute Differenzierung zwischen niedrigen, normalen und hohen Werten der ovariellen Reserve erreichen.12,13

  • Gute Korrelation mit der Anzahl antraler Follikel (AFC) in allen Kollektiven
    Vergleichbare Resultate und damit labor- und anwenderunabhängige, klinische Aussagen.12,14

Testeigenschaften

Testzeit  18 Minuten
Testprinzip Sandwich-Test
Kalibrierung 2 Punkte
Probenvolumen 50 μl a)  bzw. 30 μl b)
Messbereich 0,07 – 164 pmol/l (0,01 – 23 ng/ml)
LoB* 0,049 pmol/l, (0,007 ng/ml)
LoD* 0,07 pmol/l, (0,010 ng/ml)
LoQ* 0,21 pmol/l, (0,030 ng/ml)
Rückführbarkeit Standardisiert gegen BCI AMH Gen II ELISA (unmodifiziert)
Probenmaterial Serum und Li-Heparin-Plasma
Probenstabilität  5 Tage bei 20‑25 °C, 5 Tage bei 2‑8 °C, 6 Monate bei ‑20 °C. Nur einmal einfrieren.
Gesamtpräzision (CLSI) cobas e 411: 2,9 – 4,4 %
cobas e 601 / cobas e 602: 2,7 – 3,5 %
Niedrigste gemessene Konz.: 1,656 pmol/l (0,232 ng/ml)
cobas e 801: 1,6 – 3,6 %
a) Auf cobas e 411, cobas e 601 und cobas e 602
b) Auf cobas e 801

* LoB (Limit of Blank) = Erfassungsgrenze; LoD (Limit of Detection) = Nachweisgrenze; LoQ (Limit of Quantitation) = Bestimmungsgrenze (zulässiger Gesamtfehler ≤ 20 %)

Bestellinformation

Elecsys AMH Plus a) 100 Tests 07957190 190
Elecsys AMH Plus b)
100 Tests
07957246 190
Elecsys AMH Plus CalSet
4 x 1,0 ml 07957203 190
PreciControl AMH Plus 4 x 2,0 ml  07957211 190
Diluent Universal
2 x 36 ml  05192943 190
a) Auf cobas e 411, cobas e 601 und cobas e 602
b) Auf cobas e 801
  1. Grinspon RP, Rey RA. Anti - müllerian hormone and sertoli cell function in paediatric male hypogonadism. Horm Res Paediatr 2010;73(2):81-92.
  2. Kelsey TW, Anderson RA, Wright P, et al. Data - driven assessment of the human ovarian reserve. Mol Hum Reprod 2012;18(2):79-87.
  3. Nelson SM, Iliodromiti S, Fleming R, et al. Reference range for the antimüllerian hormone Generation II assay: a population study of 10,984 women, with comparison to the established Diagnostics Systems Laboratory nomogram. Fertil Steril 2014;101(2):523-529.
  4. Zegers-Hochschild F et al. Fertil Steril 2009;92:1520–1524.
  5. CDC. National Survey of Family Growth (2006–2010). Available at: http://www.cdc.gov/nchs/data/nhsr/nhsr051.pdf (Last accessed June 2014).
  6. Mills M et al. Hum Reprod Update 2011;17:848–860.
  7. European Society of Human Reproduction and Embryology. ART fact sheet, version of June 2014.
  8. Iliodromiti S, Nelson SM. Biomark Med 2013;7:147–158.
  9. Dewailly D et al. Hum Reprod Update 2014;20:370–385.
  10. Nelson SM et al. Fertil Steril 2011;95:736–741.
  11. Kelsey TW et al. PLoS One 2011;6:e22024.
  12. Elecsys® AMH plus Packungsbeilage 2016 für cobas e Analyzer (Roche)
  13. Anderson, R.A. et al. (2012) Mauritas; 71:28–33.
  14. Anderson, R.A., Anckaert, E., Bosch, E. et al. (2015). Fertil Steril ; 103(4):1074 –1080.e4.
  15. Röshammer D, et al. Poster presented at ESHRE 2014, Munich (P-494).
  16. Nyboe Andersen AN, et al. Fertil Steril 2016: dx .doi.org/10.1016/j.fertnstert.2016.10.033