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Fettstoffwechselerkrankungen

 Lipid Disorders

Fettstoffwechselerkrankungen umfassen eine Gruppe an Erkrankungen, die Änderungen in den Werten der Plasmalipide hervorrufen. Sie haben eine sehr hohe klinische Relevanz, da sie den wichtigsten Risikofaktor für die Entwicklung der Atherosklerose und die daraus folgenden vaskulären Erkrankungen wie zum Beispiel der koronaren Herzkrankheit (KHK) darstellen (1).

Herausforderungen

Fettstoffwechselerkrankungen sind sehr häufig. In der westlichen Welt haben mehr als zwei Drittel der Erwachsenen Personen Cholesterinwerte von über 200 mg/dL (5.17 mmol/L), wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Die Konsequenzen von Fettstoffwechselstörungen für das Gesundheitssystem sind enorm:

  • Ca. die Hälfte aller KHK-assoziierten Todesfälle sind auf erhöhte Cholesterinwerte zurückzuführen (2, 3). In bis zu 15% aller Fälle von frühzeitigem Herzinfarkt können dominant vererbte Störungen des Fettstoffwechsels nachgewiesen werden (4).
  • Laut der American Heart Association leiden etwa 24% der Gesamtbevölkerung der USA am metabolischen Syndrom (5).

Die Systeme Accutrend®  Plus, Reflotron®  Plus und Reflotron®  Sprint von Roche Diagnostics sind exzellent geeignet für das Screening und Monitoring von Fettstoffwechselerkrankungen in der Arztpraxis. Dies Hilft dem behandelnden Arzt, das individuelle kardiovaskuläre Risiko seiner Patienten abzuschätzen

 Lipid Disorders

Eine Vielzahl an genetischen und erworbenen Erkrankungen kann zu Hyperlipidämie (Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie oder kombinierte Hyperlipidämie) führen. Dyslipidämie kann auch sekundär aufgrund von anderen Grunderkrankungen oder Umweltfaktoren auftreten. In diesen Fällen ist das Screening auf Fettstoffwechselerkrankungen essentiell. (6)

Hypercholesterinämie

  • Nephrotisches Syndrom
  • Hypothyreoidismus
  • Obstruktive Lebererkrankung
  • Anorexia Nervosa
  • Akute intermittierende Porphyrie
  • Medikamente: z.B.: Kortikosteroide, Progesterone, Cyclosporine, Thiazide

 

Hypertriglyzeridämie

  • Diabetes Mellitus
  • Übergewicht
  • Alkohol
  • Lipodystrophie
  • Sepsis
  • Medikamente: z.B.: Beta-Blocker, Glukokortikoide, Thiazide, Progesterone, Protease Inhibitoren
  • Schwangerschaft
  • Systemischer Lupus Erythematodes
  • Monoklonale Gammopathien

Ursachen und Risikofaktoren für sekundäre Fettstoffwechselerkrankungen (6)

Primäre Fettstoffwechselerkrankungen sind zwar genetisch verursacht, können jedoch zusätzlich von Faktoren wie Bewegungsmangel oder Fehlernährung negativ beeinflusst werden. Oft existieren primäre und sekundäre Ursachen gleichzeitig, z.B.: familiäre und alkohol-assoziierte Hypertriglyzeridämie.

Metabolisches Syndrom

Das metabolische Sydrom ist charakterisiert durch Insulinresistenz, die mit einem Cluster von kardiovaskulären Risikofaktoren (erhöhte Triglyzeride) vergesellschaftet ist. Es ist mit einem besonders hohen Atheroskleroserisiko assoziiert (7, 8) und führt als Vorstufe oft zur Entwicklung eines Diabetes Mellitus Typ II

Die Diagnose von Fettstoffwechselerkrankungen fusst auf der Anamnese, physikalischen Krakenuntersuchung und der Erhebung von Blutparametern. Meist werden Fettstoffwechselerkrankungen im Rahmen von Screeninguntersuchungen entdeckt. Das Screening sollte Analyse von Triglyzeriden sowie HDL und LDL-Cholesterin enthalten, um das kardiovaskuläre Risiko erfassen zu können

Parameter

Konventionelle Einheiten mg/dL
SI Einheiten mmol/L
Cholesterin European, 2007 (9) Ziel für Primärprevention

<190

<5.0

 

ATP III(10) Erwünscht
Borderline hoch
Hoch

<200
200-239
≥240

<5.2
5.2-6.2
≥6.2
LDL-Cholesterin ATP III(10)

Optimal


Borderline hoch
Hoch
Sehr hoch

<100
100-129
130-159
160-189
>190
<2.6
2.6-3.4
3.4-4.1
4.1-4.9
>4.9
European(11) Ziel für Primärprävention <115 <3.0
HDL-Cholesterin ATP III(10) Niedrig (erhöhtes Risiko)
Hoch (kardioprotektiv)
<40 
≥60
<1.04
≥1.55
Triglyzeride ATP III(10) Optimal
Borderline hoch
Hoch
Sehr hoch
<150
150-199 
200-499 
≥500
<1.7
1.7-2.2
2.3-5.6
≥5.6

Normale und erhöhte Blutfette

Abkürzungen: ATP III: Der Dritte Report des „Expert Panel on Detection, Evaluation and Treatment of High Bool Cholesterol in Adults from the National Cholsterol Education Program (NCEP) European: Fourth Joint Task Force of the European Society of Cardiology and Other Societies on Cardiovascular Disease Prevention in Clinical Practice”.

Im Falle von erhöhten Blutlipidwerten und einem erhöhten Atheroskleroserisiko sollte eine weitere diagnostische Abklärung erfolgen, um assoziierte Erkrankungen wie KHK oder periphere arterielle Verschlusskrankheit; zu detektieren. Die Erkennung von Fettstoffwechselerkrankungen in der Primärversorgung ist essentiell für die Detektion des metabolischen Syndroms und seinen Konsequenzen.

  • Hypertonie (Blutdruck ≥ 130/ ≥ 85 mmHg)
  • Übergewicht (Bauchumfang: Männer > 102 cm, Frauen > 88 cm)
  • Hyperinsulinämie
  • Diabetes Mellitus
    (Nüchternplasmaglukosespiegel ≥ 110 mg/dL
    [6.1 mmol/L] EGIR (12);
    ≥ 100 mg/dL
    [5.6 mmol/L] NCEP (8))
  • Hypertriglyceridämie (Triglyceride
    ≥ 150 mg/dL [1.7 mmol/L])
  • Small, dense LDL Cholesterinpartikel
  • Low HDL cholesterin (HDL cholesterol: Männlich <40 mg/dL [1.03 mmol/l], Weiblich <50 mg/dL [1.29 mmol/l],)
  • Hypercoagulabilität

Diagnostic criteria of the metabolic syndrome (7, 8)

Point of Care Testung

Die Point of Care Testing Produkte von Roche Diagnostics eignen sich exzellent um metabolische Erkrankungen im klinischen Alltag zu analysieren. Sie unterstützen den behandelnden Arzt, das individuelle kardiovaskuläre Risiko seiner Patienten abzuschätzen.

Das Accutrend® Plus System ermöglicht, zusätzlich zur Bestimmung der Blutglukose, schnell das Gesamtcholesterin und die Triglyzeride aus Kapillarblut direkt in der Arztpraxis zu messen. Das fortgeschrittenere Reflotron kann zusätzlich auch HDL und LDL-Cholesterin bestimmen.

Die frühestmögliche Detektion von Patienten mit einem hohen KHK-Risiko ist in der Primärprävention von höchster Bedeutung. Viele Studien konnten zeigen, dass die Therapie von Lipidstörungen das Atheroskleroserisiko erniedrigt (13-16).
 
Blutlipide: Primäre Präventionsziele

Parameter

 

Ziel

Gesamtcholesterin

European, 2007 (9)

190 mg/dL (5.0 mmol/L)
<175 mg/dL (4.5 mmol/L), wenn asymptomatisch mit hohem multifaktoriellem Risiko oder idealerweise <155 mg/dL (4.0 mmol/L)

LDL-Cholesterin

European, 2007 (9)

115 mg/dL (3.0 mmol/L)
<100 mg/dL (2.5 mmol/L), wenn asymptomatisch mit hohem multifaktoriellem Risiko oder idealerweise <80 mg/dL (2.0 mmol/L)

American Heart Association, 2002 (17)

<160 mg/dL, wenn   1 Risikofaktor vorhanden ist;
<130 mg/dL, wenn  2 Risikofaktoren vorhanden sind und das 10-Jahres KHK Risiko <20% ist; oder
<100 mg/dL, wenn  2 Risikofaktoren vorhanden sind und das 10-Jahres KHK Risiko <20% ist; oder
<100 mg/dL, wenn  2 Risikofaktoren vorhanden sind und das 10-Jahres KHK Risiko  20% ist oder der Patient Diabetiker ist

HDL-Cholesterin

American Heart Association, 2004 (17)

> 40 mg/dL (> 1.04 mmol/L) bei Männern
> 50 mg/dL (> 1.29 mmol/L) bei Frauen

European, 2007 (9)

I> 40 mg/dL (> 1.04 mmol/L) bei Männern
> 45 mg/dL (> 1.2 mmol/L) bei Frauen

Triglyzeride

American Heart Association, 2004, (9);

European, 2007 (9)

150 mg/dL

Abhängig von dem Typ und dem Grad der Fettstoffwechselerkrankung sind gewisse Präventionsmassnahmen angebracht, die primär mit einer Lebensstiländerung einhergehen (17):

  • Gewichtsreduktion (BMI 18.5-24.9 kg/m2 ) sowie eine ausgewogene und gesunde Ernährung
  • Regelmässiger Sport (reduziert das LDL-Cholesterin und erhöht das HDL-Cholesterin)
  • Reduktion der Alkoholmenge (reduziert die Triglyzeridwerte)
  • Behandlung des Diabetes, falls vorhanden (reduziert die Triglyzeridwerte)
  • Eine lipidsenkende Therapie ist indiziert, wenn ein hohes Risiko vorliegt (z.B.: LDL > 130 mg/dL, Triglyzeride > 250-500 mg/dL, weitere Risikofaktoren vorhanden) oder im Rahmen einer Sekundärprävention

Patienten mit Fettstoffwechselerkrankungen und einem Risiko für Atherosklerose und all jene mit einer lipidsenkenden Therapie benötigen regelmässige Kontrolluntersuchungen (9, 17).

Wann und wie sollte kontrolliert werden? (10)

  • Das Lipidprofil sollte in regelmässigen Zeitintervallen je nach Abhängigkeit des Schweregrades der Hyperlipidämie und dessen Therapieregime bestimmt werden
  • Im ersten Therapiejahr sollte ein Patient 3-6 mal vorstellig werden
  • Das Gesamtcholesterin, das HDL-Cholesterin und das LDL-Cholesterin sollten idealerweise direkt nach dem Therapiebeginn mit lipidsenkenden Medikamenten und ab dem 2. Therapiejahr in regelmässigen Abständen bestimmt werden
  • Triglyzeride sollten ebenso regelmässig bestimmt werden, da besonders den Triglyzeriden die höchste atherogene Potenz zugesprochen wird. Aus diesem Grund spiegeln sie am genauesten das KHK-Risikos wider

Weitere Untersuchungen

Die Bestimmung der Risikofaktoren zusammen mit dem Lipidprofil ist ein essentieller Bestandteil des Entscheidungsprozesses, ob und wie eine Lipid-Stoffwechselerkrankung behandelt werden sollte. Nach Ansicht des Amerikanischen National Cholesterol Education Program sollte die Risikofaktorenbestimmung bereits ab dem 20. Lebensjahr durchgeführt werden. Es sollten ebenso nahe Verwandte mit einer latenten KHK und solche mit Verdacht auf eine familiäre Dyslipidämie des Patienten dahingehend untersucht werden (10).;
Bei jeder Visite sollten folgende Punkte beachtet werden (18):

  • Blutdruck, Puls
  • Body Mass Index (BMI), Hüftumfang
  • Raucherstatus
  • Diät
  • Alkoholkonsum
  • Regelmässiger Sport
  • Medikamente 

Point of Care Testung

Die Point of Care Geräte von Roche Diagnostics eignen sich bestens für die Verlaufskontrolle von Fettstoffwechselerkrankungen. Das einfach zu bedienende Accutrend® Plus System ermöglicht die Bestimmung von 3 Schlüsselparametern des metabolischen Syndroms – Blutzucker, Gesamtcholesterin und Triglyzeride – direkt aus dem Kapillarblut des Patienten in der Ordination.
Eine Studie (19) belegte, dass tagsüber bestimmte, erhöhte Nüchtern-Triglyzeridwerte bei Patienten mit einer ausgewogenen Diät mit einer verfrühten Koronarsklerose einhergehen. Darüber hinaus ist selbst die Messung bei normalen Triglyzeridwerten zu Hause oder in der Ordination mit dem Accutrend® Plus System oder dem Reflotron® System bei Patienten mit einer lipidsenkenden Therapie absolut notwendig, um das kardiovaskuläre Risiko berechnen und die lipidsenkende Therapie kontrollieren zu können.

  1. Libby P. The pathogenesis, prevention, and treatment of atherosclerosis. In: Fauci AS, Braunwald E, Kasper DL, et al., eds.Harrison's principles of internal medicine. New York: Mc Graw Hill, 2008; 1501-1509.
  2. Stamler J, Wentworth D, Neaton JD. Is relationship between serum cholesterol and risk of prematuredeath from coronary heart disease continuous and graded? Findings in 356,222 primary screenees of the Multiple Risk Factor Intervention Trial (MRFIT). JAMA 1986; 256:2823-2828.
  3. Magnus P, Beaglehole R. The real contribution of the major risk factors to the coronary epidemics: time to endthe "only-50%" myth. Arch Intern Med 2001; 161:2657-2660.
  4. Gaddi A, Cicero AF, Odoo FO, Poli AA, Paoletti R. Practical guidelines for familial combined hyperlipidemia diagnosis:an up-date. Vasc Health Risk Manag 2007; 3:877-886.
  5. Ford ES, Giles WH, Dietz WH. Prevalence of the metabolic syndrome among US adults:findings from the third National Health and Nutrition Examination Survey. JAMA 2002; 287:356-359.
  6. Garg A, Simha V. Update on dyslipidemia. J Clin Endocrinol Metab 2007; 92:1581-1589.
  7. Alberti KG, Zimmet P, Shaw J. Metabolic syndrome--a new world-wide definition.A Consensus Statement from the International Diabetes Federation. Diabet Med 2006; 23:469-480.
  8. Executive Summary of The Third Report of The National Cholesterol Education Program (NCEP) Expert Panel on Detection,Evaluation, And Treatment of High Blood Cholesterol In Adults (Adult Treatment Panel III). Jama 2001; 285:2486-2497.
  9. Graham I, Atar D, Borch-Johnsen K, et al. European guidelines on cardiovascular disease prevention in clinical practice:executive summary. Fourth Joint Task Force of the European Society of Cardiology and other societies on cardiovascular disease prevention in clinical practice (constituted by representatives of nine societies and by invited experts). Eur J Cardiovasc Prev Rehabil 2007; 14 Suppl 2:E1-40.
  10. Grundy SM, Cleeman JI, Merz CN, et al. Implications of recent clinical trials for theNational Cholesterol Education Program Adult Treatment Panel III guidelines. Circulation 2004; 110:227-239.
  11. Graham I, Atar D, Borch-Johnsen K, et al. European guidelines on cardiovascular disease prevention in clinical practice: full text.Fourth Joint Task Force of the European Society of Cardiology and other societies on cardiovascular disease prevention in clinical practice (constituted by representatives of nine societies and by invited experts). Eur J Cardiovasc Prev Rehabil 2007; 14 Suppl 2:S1-113.
  12. Balkau B, Charles MA. Comment on the provisional report from the WHO consultation. European Group for the Study of InsulinResistance (EGIR). Diabet Med 1999; 16:442-443.
  13. Durrington P. Dyslipidaemia. Lancet 2003; 362:717-731.
  14. Stroes E. Statins and LDL-cholesterol lowering: an overview. Curr Med Res Opin 2005; 21 Suppl 6:S9-16.
  15. Gupta A, Guyomard V, Zaman MJ, Rehman HU, Myint PK. Systematic review on evidence of the effectiveness of cholesterol-lowering drugs. Adv Ther; 27:348-364.
  16. Brugts JJ, Yetgin T, Hoeks SE, et al. The benefits of statins in people without established cardiovascular disease but withcardiovascular risk factors: meta-analysis of randomised controlled trials. Bmj 2009; 338:b2376.
  17. Pearson TA, Blair SN, Daniels SR, et al. AHA Guidelines for Primary Prevention of Cardiovascular Disease and Stroke: 2002Update: Consensus Panel Guide to Comprehensive Risk Reduction for Adult Patients Without Coronary or Other Atherosclerotic Vascular Diseases. American Heart Association Science Advisory and Coordinating Committee. Circulation 2002; 106:388-391.
  18. American Heart Association. Primary Prevention in the Adult. http://www.americanheart.org 2010.
  19. van Wijk JP, Halkes CJ, De Jaegere PP, Plokker HW, Erkelens DW, Cabezas MC. Normalization of daytime triglyceridemia bysimvastatin in fasting normotriglyceridemic patients with premature coronary sclerosis. Atherosclerosis 2003; 171:109-116.