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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Unter dem Begriff Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird eine Gruppe von Krankheiten des Herzes und des Blutkreislaufs zusammengefasst:

  • die koronare Herzkrankheit – eine Erkrankung der Gefässe, die das Herz mit Blut versorgen
  • die Hirngefässerkrankung – eine Erkrankung der Gefässe, die das Gehirn mit Blut versorgen
  • die periphere Arterienerkrankung – eine Erkrankung der Gefässe, die Arme und Beine mit Blut versorgen

Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in der Schweiz. Rund 34% aller Todesfälle können in der Schweiz darauf zurückgeführt werden.1 Allein pro Jahr werden ca. 15‘000 Menschen mit einer Herzinsuffizienz diagnostiziert.2 Von einem akuten koronaren Ereignis (Herzinfarkt und/oder Angina pectoris) sind jährlich etwa 30‘000 Menschen betroffen.3

Früherkennung, Diagnose und Überwachung

Biomarker gewinnen in der Diagnostik immer mehr an Bedeutung. Die kardialen Marker unterstützen den Arzt bei der Diagnosestellung und Risikostratifizierung. Damit keine wertvolle Zeit bis zur Behandlung verloren geht, ist eine eindeutige und rechtzeitige Diagnose entscheidend.

Die kardiologische Diagnostik von Roche im Überblick

Für flexible und massgeschneiderte Lösungen hat Roche die cobas® modular platform und das cobas h 232 Analysesystem entwickelt. Die einfachen, schnellen, zuverlässigen und kosteneffektiven Lösungen verbessern den Arbeitsablauf.

Flexible Lösungen für das Routinelabor

  • Eine Vielzahl von massgeschneiderten Konfigurationen für mehr Effizienz und höhere Produktivität
  • Konsolidierung von Immunologie und klinischer Chemie mit mehr als 200 Parametern auf einer Plattform spart Kosten und verbessert den Workflow im Labor
  • Zukunftsfähig durch leichte Anpassbarkeit bei zunehmendem Durchsatz oder dem Einsatz neuer Testparameter

Intelligente Netzwerklösungen

  • Gleiche Handhabung für jede Hard- und Software reduziert den Trainingsaufwand und gibt Flexibilität bei der Einsatzplanung des Personals
  • Konsistente Patientenergebnisse durch ein universales Reagenzkonzept

Point-of-Care / Praxislabor

  • Bestimmung von 5 kardialen Markern in max. 15 Minuten pro Test
  • Zuverlässige Messergebnisse, klinisch validiert und gute Korrelation zu den Roche Laborsystemen
  • Keine Probenvorbereitung, kein Probentransport, kein Aufwärmen der Reagenzien und keine Pufferlösung zur Verdünnung des Vollbluts notwendig
  • Anbindung an die Labor-IT über die Standardschnittstelle POCT1-A möglich
Biomarker

Spital & Privatlabor

cobas modular platform Systeme

Point-of-Care

cobas h 232 POC System

Digoxin

x

 

Digitoxin

x

 

CRP hs

x

 

Myoglobin

x

x

NT-proBNP

x

x

D-Dimer

x

 

Troponin T

x

x

Troponin T high sensitive (TnT-hs)

x

 

Troponin I

x

 

CK

x

 

CK-MB

x

x

ADPTest

x

 

LP (a)

x

 

LDL

x

 

HBDH

x

 

CHOL

x

 

HDL

x

 

APO B

x

 

APO A1

x

 

Homocystein enzymatic

x

 

Cystatin C

 

 

weitere Informationen zu den Tests finden Sie auf dem Roche Internetportal eLabDoc

Herzinfarkte (Myokardinfarkte)

Herzinfarkte (Myokardinfarkte) werden gewöhnlich durch eine koronare Herzkrankheit, Schlaganfälle durch eine Hirngefässerkrankung verursacht. In beiden Fällen handelt es sich meist um Akutereignisse, die vor allem durch Verstopfung einer Arterie ausgelöst werden, wodurch die Blutzufuhr zum Herz, beziehungsweise Gehirn, vermindert wird. Häufigster Grund dafür ist eine Arteriosklerose – die Ablagerung von Blutfetten und Gewebezellen an den Gefässinnenwänden der Arterien.

Etwa ein Drittel der Myokardinfarkte werden im EKG nicht erkannt, da die charakteristische ST-Hebung ausbleibt (NSTEMI).4 In der Folge werden die Betroffenen nicht rechtzeitig therapiert. Der kardiale Marker Troponin T macht eine schnelle Diagnosestellung durch den Arzt möglich.5 Die Leitlinien der ESC, AHA und WHO empfehlen die Messung mit hochsensitiven Troponinen (hsTnT).5, 6 Ist kein hsTnT innerhalb von 60 min verfügbar, wird eine Troponin-Testung am Point-of-Care von den Leitlinien empfohlen.5

Biomarker

Einsatzgebiet

Troponin T

Diagnose eines Nicht-ST-Hebungsinfarktes5,6

Prognose des Mortalitätsrisikos10

CK-MB

Erkennung von Re-Infarkten8, 9

Myoglobin

 

Erkennung von Re-Infarkten8, 9

Verlaufsbeurteilung der thrombolytischen Therapie9

Herzinsuffizienz (HI)

Herzinsuffizienz (HI) ist ein weltweites Gesundheitsproblem, das mit einer hohen Morbidität und Mortalität einhergeht. Die Früherkennung und eine angemessene Therapie sind daher enorm wichtig, um für die Patienten die Lebensqualität zu erhalten. Bei Patienten mit nur schwach ausgeprägten Symptomen wird die Krankheit oftmals nicht erkannt. Andererseits werden Patienten bei Verdacht auf Herzinsuffizienz oft ganz unnötigerweise zur Echokardiographie überwiesen.

NT-proBNP kann helfen diese Herausforderung zu meistern und eröffnet zusätzlich neue Perspektiven in der Diagnose und Behandlung. Mit sehr guten negativ und positiv prädiktiven Werten ist NT-proBNP optimal für den Ausschluss und Einschluss einer Herzinsuffizienz geeignet. Darüber hinaus ist NT-proBNP als Prognosemarker und im Therapiemonitoring einsetzbar.

Tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie

Das Übersehen einer Venenthrombose oder Lungenembolie (VTE) beinhaltet ein hohes Risiko von kurzfristiger wie langfristiger Morbidität sowie Mortalität. Ca. 6% der tiefen Beinvenenthrombosen und 12% der Lungenembolien verlaufen tödlich innerhalb eines Monats nach der Diagnose. Ca. 1/3 der venösen Thromboembolien entwickeln sich zu Lungenembolien.11

VTE können nicht allein aufgrund klinischer Symptome diagnostiziert werden. Die Bestimmung von D-Dimer kann eine tiefe Venenthrombose oder eine Lungenembolie bei Patienten mit unklaren Symptomen wie z. B. Spannungsgefühl in den Beinen, Thoraxschmerz oder Atemnot ausschliessen.12 Liegt eine Lungenembolie vor, korrelieren die D-Dimer-Werte mit der Schwere der Erkrankung.13

Weitere Risiko-Abschätzung kardiovaskulärer Erkrankungen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen (cardiovascular diseases, CVD) sind ein grosses, stetig wachsendes Gesundheitsproblem. Global betrachtet verursachen CVD mehr Todesfälle als jede andere Krankheit.

30% der mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziierten Mortalität trifft Menschen ohne erhöhte konventionelle Risikofaktoren.14 Beispielsweise treten über 75% aller Herzinfarkte bei Patienten mit unauffälligen Serum-Cholesterinwerten auf.15 Zahlreiche umfassende Studien haben gezeigt, dass die Konzentration von Lipoprotein (a) (Lp(a)), aber nicht die Masse von Lipoprotein Lp(a) im Plasma eines Patienten ein ausgezeichneter Indikator zur klinischen Beurteilung des kardiovaskulären Erkrankungs-Risikos ist. Erweiterte Test-Panels, die herkömmliche Risikofaktoren mit weniger bekannten Risikofaktoren wie Lp(a), Homocystein, hoch sensitivem C-reaktivem Protein und nach neuesten Berichten auch Cystatin C kombinieren, erreichen eine bessere Vorhersagekraft als Test-Panels, die nur die üblichen Risikofaktoren berücksichtigen. So kann der Einsatz erweiterter Test-Panels die optimale Anwendung therapeutischer Optionen bei Hochrisikopatienten ermöglichen.16

Tina-quant® Lipoprotein (a) Gen. 2

Turbidimetrischer in vitro Test zur quantitativen Bestimmung von Lipoprotein (a) in Humanserum und -plasma. Lp(a) wurde in diversen Studien eindeutig als unabhängiger kardiovaskulärer Risikofaktor identifiziert.
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Homocysteine enzymatic

Bei Homocystein (Hcy) handelt es sich um eine Thiol-haltige Aminosäure, die bei der intrazellulären Demethylierung von Methionin entsteht. Als Gesamt-Homocystein (tHcy) werden alle Hcy-Formen, auch die oxidierten, proteingebundenen und freien, bezeichnet. Erhöhte tHcy-Spiegel haben sich als wichtiger Risikofaktor bei der Abschätzung von kardiovaskulären Erkrankungen herausgestellt.
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Tina-quant® Cystatin C Gen. 2

In-vitro-Test zur quantitativen Bestimmung von Cystatin C in Humanserum und -plasma.  Cystatin C wird lebenslang in einer konstanten Rate produziert. Im Gegensatz zu Kreatinin ist dessen Serumkonzentration unabhängig von Muskelmasse, Geschlecht und Alter. Daher ist Cystatin C ein idealer, klinisch relevanter Marker.
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Referenzen

1 Bundesamt für Statistik (BFS)

2 Medizinische Statistik der Krankenhäuser 2014 (BFS)

3 Schweizerische Herzstiftung

4 Deutsche Herzstiftung

5 Hamm CW et al, ESC Guidelines for the management of acute coronary syndromes in patients presenting without persistent ST-segment elevation; European Heart Journal doi:10.1093/eurheartj/ehr236

6 Mendis S et al. World Health Organization definition of myocardial infarction: 2008–09 revision, International Journal of Epidemiology 2011; 40:139-146.

7 Leitlinien: Akutes Koronarsyndrom von C. W. Hamm, Zeitschrift für Kardiologie, Band 93, Heft 1 (2004), Steinkopff Verlag 2004.

8 Landesberg G et al. Association of Cardiac Troponin, CK-MB, and Postoperative Myocardial Ischemia With Long-Term Survival After Major Vascular Surgery. J Am Coll Cardiol, 2009; 9:1547-1554.

9 Iqbal MP et al. Myoglobin—A Marker of Reperfusion and a Prognostic Indicator in Patients with Acute Myocardial Infarction. Clin Cardiol, 2004; 27:144-150.

10 Ndreppa G. et al. Prognostic value of sensitive troponin T in patients with stable and unstable angina and undetectable conventional troponin. Am Heart J 2011; 161(1):68-75.

11 Barritt DW, Jordan SC: Anticoagulant drugs in the treatment of pulmonary embolism. A controlled trial. Lancet 1960;1:1309-1312.

12 Wells PS, Anderson DR, Rodger M, et al. Evaluation of D-dimer in the diagnosis of suspected deep-vein thrombosis. N Engl J Med 2003; 349:1227-1235.

13 Ghanima W, Abdelnoor M, Holmen LO, Nielssen BE, Ross S, Sandset PM. D-dimer level is associated with the extent of pulmonary embolism. Thromb Res 2007; 120:281-288.

14 Beaglehole, R., Reddy, S., Leeder, S.R. (2007). Poverty and human development: the global implications of cardiovascular disease. Circulation 116, 1871–1873.

15 Sachdeva, A., Cannon, C.P., Deedwania, P.C. et al. (2009). Lipid levels in patients hospitalized  with coronary artery disease: an analysis of 136,905 hospitalizations in Get With The Guidelines. Am Heart J 157, 111–117.

16 Fruchart, J.C., Nierman, M.C., Stroes, E.S., Kastelein, J.J., Duriez, P. (2004). New risk factors for atherosclerosis and patient risk assessment. Circulation 109 (23 Suppl 1), III15–III19.